Haartransplantations-Techniken im Überblick: FUE, FUT und DHI verständlich erklärt
Bei einer Haartransplantation kommen heute drei etablierte Techniken zum Einsatz: FUE, FUT und DHI. Sie unterscheiden sich darin, wie die Haarfollikel aus dem Spenderbereich entnommen und in die ausgedünnten Areale eingebracht werden. Keine Technik ist grundsätzlich überlegen – entscheidend ist, welche zu Ihrem Haar, Ihrer Kopfhaut und Ihrer Ausgangssituation passt.
In unserer Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in München setzen Drs. von Isenburg und Neuhann-Lorenz alle drei Verfahren ein und wählen die Methode nach einer eingehenden Haaranalyse aus. Dieser Beitrag erklärt die Techniken, ihre Unterschiede und für wen sich welche eignet.
FUE – Follicular Unit Extraction (Einzelentnahme)
Die FUE-Technik ist heute das am häufigsten eingesetzte Verfahren. Dabei werden einzelne Haarfollikel mit einer feinen Hohlnadel punktgenau aus dem Spenderbereich am Hinterkopf entnommen und anschließend in die ausgedünnten Areale verpflanzt.
Das Verfahren ist minimal-invasiv und hinterlässt keine durchgehende Narbe, sondern nur punktförmige Mikronarben, die ab einer Haarlänge von ein bis zwei Zentimetern nicht mehr sichtbar sind. FUE eignet sich besonders für Menschen mit kurzem Haar und einem dichten Spenderbereich. Nach dem Eingriff sind die meisten Patientinnen und Patienten bereits nach wenigen Tagen wieder gesellschaftsfähig.
FUT – Follicular Unit Transplantation (Streifenmethode)
Bei der FUT-Methode wird ein schmaler Hautstreifen am Hinterkopf entnommen, aus dem die Haarfollikel anschließend unter dem Mikroskop für die Transplantation gewonnen werden. Eine vollständige Rasur ist dabei nicht erforderlich.
Genau das macht die FUT für zwei Gruppen interessant: für Frauen mit langen Haaren, die keine Rasur wünschen, und für Patientinnen und Patienten mit einem dünner behaarten Spenderbereich. Über die Streifenentnahme lassen sich in einer einzigen Sitzung großflächige Areale versorgen. Die Entnahmestelle hinterlässt eine feine lineare Narbe, die von den umliegenden Haaren bedeckt wird.
Die FUT wird heute nur noch von wenigen Praxen angeboten, weil sie chirurgisch anspruchsvoller ist als die FUE. Bei Drs. von Isenburg und Neuhann-Lorenz gehört sie weiterhin zum festen Repertoire – als Fachärztinnen für Plastische und Ästhetische Chirurgie führen sie auch die Streifenentnahme mit der dafür nötigen operativen Erfahrung durch.
DHI – Direct Hair Implantation (Direktverpflanzung)
Die DHI-Technik ist eine Weiterentwicklung der FUE. Der Unterschied liegt im Einbringen der Follikel: Bei der DHI werden die entnommenen Haarwurzeln mit einem speziellen Choi-Implanter direkt in die Kopfhaut eingesetzt, ohne dass zuvor separate Kanäle angelegt werden müssen.
Das verkürzt die Zeit, die die Follikel außerhalb des Körpers verbringen, und kann die Anwuchsrate verbessern. Zugleich erlaubt der Implanter eine sehr genaue Kontrolle über Wuchsrichtung und Einstichwinkel der neuen Haare – was vor allem bei der Gestaltung der Haarlinie für ein natürliches Ergebnis sorgt.
FUE, FUT und DHI im direkten Vergleich
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Merkmal | FUE | FUT | DHI |
| Entnahme | Einzelne Follikel per Hohlnadel | Schmaler Hautstreifen | Einzelne Follikel per Hohlnadel |
| Einbringen | In zuvor angelegte Kanäle | In zuvor angelegte Kanäle | Direkt per Choi-Implanter |
| Rasur nötig | In der Regel ja | Nein | Teilweise reduziert möglich |
| Narbe | Punktförmige Mikronarben | Feine lineare Narbe | Punktförmige Mikronarben |
| Besonders geeignet für | Kurzes Haar, dichter Spenderbereich | Lange Haare, großflächige Areale, Frauen | Präzise Haarlinie, Winkelkontrolle |
Welche dieser Techniken im Einzelfall das beste Ergebnis verspricht, hängt von der Spenderdichte, der Größe des zu behandelnden Areals, der Haarlänge und den persönlichen Wünschen ab. Diese Einschätzung lässt sich erst nach einer persönlichen Haartransplantation mit ausführlicher Haaranalyse treffen.
Was ist mit anderen Bezeichnungen wie Saphir-FUE?
Im Umlauf sind viele weitere Marken- und Verfahrensnamen, etwa Saphir-FUE oder Bezeichnungen einzelner Kliniken. Dahinter verbergen sich meist Varianten der drei Grundtechniken – bei der sogenannten Saphir-Methode beispielsweise eine FUE, bei der die Kanäle mit einer Klinge aus Saphir statt aus Stahl angelegt werden.
Solche Namen beschreiben einzelne Werkzeuge oder Abwandlungen, keine grundlegend neuen Verfahren. Für das Ergebnis ist nicht der Markenname entscheidend, sondern die Erfahrung der behandelnden Ärztin und die Sorgfalt bei Entnahme und Einsetzen der Follikel.
Welche Rolle spielt die Nachsorge?
Die beste Technik allein garantiert kein gutes Ergebnis. Das endgültige Haarwachstum zeigt sich erst nach neun bis zwölf Monaten, und der Weg dorthin verläuft über mehrere Heilungsphasen. Unabhängig vom gewählten Verfahren sollten intensiver Sport und starkes Schwitzen für drei bis vier Wochen pausiert werden. Wie der Heilungsverlauf im Detail aussieht, lesen Sie in unserem Beitrag zur Heilung nach einer Haartransplantation.
Wenn ein Eingriff noch nicht infrage kommt oder der Haarausfall diffus verläuft, kann eine regenerative Behandlung wie die myHYPPP® hairloss Therapie mit körpereigenen Wachstumsfaktoren eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative sein.
Häufige Fragen zu den Haartransplantations-Techniken
Was ist der Unterschied zwischen FUE und FUT?
Bei der FUE werden einzelne Haarfollikel direkt aus dem Spenderbereich entnommen, bei der FUT ein schmaler Hautstreifen, aus dem die Follikel anschließend gewonnen werden. Die FUE hinterlässt punktförmige Mikronarben, die FUT eine feine lineare Narbe. Die FUT erfordert keine Rasur und eignet sich daher besonders für Frauen mit langen Haaren.
Was ist die DHI-Methode?
DHI steht für Direct Hair Implantation. Die entnommenen Haarfollikel werden mit einem Choi-Implanter direkt in die Kopfhaut eingesetzt, ohne dass vorher Kanäle angelegt werden. Das verkürzt die Zeit außerhalb des Körpers und erlaubt eine präzise Kontrolle über Wuchsrichtung und Winkel.
Welche Haartransplantations-Technik ist die beste?
Keine Technik ist generell überlegen. FUE, FUT und DHI führen bei korrekter Anwendung zu natürlichen Ergebnissen. Welche Methode geeignet ist, hängt von Spenderdichte, Haarlänge, Größe des Areals und persönlichen Wünschen ab und wird nach einer Haaranalyse festgelegt.
Ist eine Haartransplantation ohne Rasur möglich?
Bei der FUT ist keine Rasur erforderlich, weshalb sie sich für lange Haare eignet. Bei FUE und DHI lässt sich der Rasurbereich je nach Ausgangssituation teilweise reduzieren. Was in Ihrem Fall möglich ist, klären wir im Beratungsgespräch.
Welche Technik eignet sich für Frauen?
Häufig die FUT, da sie ohne Rasur auskommt und mit langen Haaren vereinbar ist. Da sich das Ausfall- und Wachstumsmuster bei Frauen von dem der Männer unterscheidet, erfordert die Behandlung besondere Erfahrung. Dr. Sarah von Isenburg ist auf die Haartransplantation bei Frauen spezialisiert.


